Nach dem Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, 5. Auflage (DSM-5), umfasst die Diagnose einer Alkoholkonsumstörung sowohl die Alkoholabhängigkeit als auch den Missbrauch bzw. schädlichen Gebrauch von Alkohol. Die diagnostische Einstufung erfolgt anhand von elf Kriterien, von denen innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten mindestens zwei erfüllt sein müssen. Die Anzahl der erfüllten Kriterien bestimmt den Schweregrad der Störung (leicht, moderat, schwer).
Zu den diagnostischen Kriterien zählen unter anderem:
- Kontrollverlust bezogen auf Alkoholkonsum,
- starkes Verlangen nach Alkohol (Craving),
- wiederholt erfolglose Versuche, den Konsum zu reduzieren,
- Aufwendung eines erheblichen Zeitaufwands im Zusammenhang mit dem Konsum oder der Erholung von dessen Auswirkungen,
- Vernachlässigung wichtiger Verpflichtungen,
- Auftreten sozialer oder zwischenmenschlicher Probleme aufgrund des Konsums,
- Verzicht auf bedeutsame Aktivitäten zugunsten des Trinkens,
- Konsumieren in potenziell gefährlichen Situationen,
- fortgesetzter Konsum trotz bereits eingetretener gesundheitlicher Schäden,
- die Entwicklung einer Toleranz,
- das Auftreten von Entzugssymptomen1.
Laut dem Epidemiologiebericht Sucht 2024 konsumieren 78 % der österreichischen Bevölkerung zumindest gelegentlich Alkohol. Als Grenzwerte für einen Konsum mit deutlich erhöhtem Risiko einer gesundheitlichen Beeinträchtigung werden ein täglicher Konsum von etwa zwei großen Bieren (jeweils 0,5 Liter) für Frauen und drei großen Bieren für Männer definiert2. Auf Basis dieser Schwellenwerte weisen 15 % der österreichischen Bevölkerung einen gesundheitsgefährdenden Alkoholkonsum auf (18,5 % der Männer und 10,5 % der Frauen)3.